Alle Artikel mit dem Schlagwort: pflege

Danke …

Instgram © derheyde Es überschlagen sich überall die Meldungen. Sei es im Freundeskreis, bei den anonymen Zuschriften oder in persönlichen Gesprächen über alle Bereiche der Pflege hinweg. Oftmals bekommt man genau einen Satz zu hören: “Ich ziehe die Notbremse, spätestens nach Corona.” Corona hat den Pflegekräften bis heute vor allem eines gezeigt, sie müssen funktionieren wie Maschinen und dürfen keine Ansprüche haben. Während die Pflege ackerte und täglich nochmals weiter über ihre eh schon ausgereizten Grenzen ging, musste sie zusehen und erkennen, was wirklich wichtig war: In Augenblicken wurden Milliarden für die Industrie und Wirtschaft bereitgestellt, bei der Pflege bekam man noch nicht einmal einen “Bonus” für ALLE Pflegekräfte zusammen. Die Politik zeigte damit sehr eindrücklich, wie wichtig ihr Pflege im Vergleich zur Lufthansa ist. Es gab in Bruchteilen ein Konzept für Fußballvereine, wodurch diese mehrmals in der Woche ihre Spieler und Personal auf Corona testen konnten, die Pflege steht im Zentrum der Pandemie und dort wird sich bis heute darüber gestritten ob die gesetzlichen Krankenkassen die notwendigen und wichtigen Tests übernehmen sollen. Die Gesellschaft …

Tod …

Dem Tod täglich ins Auge sehen!Immer wieder verabschiedet man sich von Menschen, die man über längere Zeit begleitet und kennengelernt hat. Menschen mit denen man gelacht und geweint hat. Auch ich habe schon jemanden beim Sterben begleitet.Vor ungefähr 7 Jahren habe ich einer Dame mit Leberkrebs im Endstadium die Hand gehalten, während sie starb.Ich habe gesehen, wie diese Frau die Augen geschlossen hatte, ihre Lider sich wie beim Träumen bewegten und ihr plötzlich zwei Tränen über die Wangen liefen…dann war sie tot…Ihr Neffe kam einige Sekunden später die Tür herein und realisierte sofort, dass seine Tante verstorben ist. Niemals werde ich diese letzten Sekunden vergessen und wie ergreifend es war, dass dort nur noch ein leerer Körper lag, ohne das Lachen und Leben dieser älteren Frau… Dennoch gibt es Menschen auf dieser Welt, die uns Pflegekräfte als minderwertig betrachten und denken, dass wir nur dazu da sind, um „satt und sauber“ zu gewährleisten und Är**** abzuwischen.Denkt mal darüber nach wie es ist, wenn man täglich mit Leben und Tod konfrontiert ist.Denkt darüber nach wie es …

Nur mal so nachdenken …

… auch wenn es manchen sicher schwer fallen wird. Zur Zeit wird ein Hype um die eingeschränkten Besuchsrechte in Pflegeheimen gemacht. Wie kann man d a s nur den alten Menschen antun? In meiner Zeit als Pflegekraft in diversen Heimen habe ich die Erfahrung gemacht, dass sehr viele Bewohner so gut wie nie Besuch von Angehörigen erhalten haben. Gerade mal zum Geburtstag oder in der Weihnachtszeit kam Besuch – einige bekamen nie Besuch !!! Ich möchte meine Erfahrungen nicht verallgemeinern und sicher gibt es auch Angehörige, die regelmäßig Kontakt pflegen, aber wenn man den aktuellen Berichten Glauben schenkt, pilgern täglich Scharen von Angehörigen in die Heime. Und das stimmt definitiv nicht !!! Im ambulanten Bereich ist es gerade umgekehrt. Die meisten Angehörigen tauchen voll ab und überlassen alles, auch die Einkäufe, den Pflegediensten. Man will ja die Großeltern, Eltern nicht gefährden. Wenn man bedenkt, dass wir täglich zu unterschiedlichen Menschen nach Hause gehen, bei der Körperpflege den Sicherheitsabstand von 1,5 m nicht einhalten können und dann noch bei Einkäufen und Botengängen mitten im Geschehen stehen, …

Verrichtungen oder Zeit?

„Pflege“ verkommt gegenwärtig fast zum Modethema in Talkshows. Frauen und Männer, die ansonsten – häufig für fürstliche Honorare – öffentlich über Kochrezepte, Koalitionspartner oder Klimawandel sinnieren, wenden sich jetzt eben mal diesem Thema zu. Die geballte Kompetenz prominenter Klugschwätzer kommt dann – über halsbrecherische Umwege – zu dem Schluß, daß es an Zeit für Zuwendung fehle. Hört, hört! Verbalorgiastische Verrenkungen und tiefe Sorgenfalten führen das staunende Publikum in nahezu persönliche Betroffenheit. Und wenn dann eine Person hinzugeladen wird – wir sind schließlich sooo praxisnah -, die ihren Arbeitsalltag schildert, ist der Gipfel an Objektivität erreicht. Egal, ob als pflegende oder bepflegte Person. Am Ende gibt es langanhaltenden Applaus. Aus. Vor, während und nach der Sendung hetzen medizinisch ausgebildete Frauen und Männer von Verrichtung zu Verrichtung. Ob im Krankenhaus oder im Pflegeheim, ob in Wohngruppen oder in ambulanten Pflegediensten. Manche der Beteiligten werden vielleicht sogar Teile dieser televisionären Gehirnakrobatik aus den Augenwinkeln wahrnehmen, während sie einen frisch operierten Patienten zur Nacht betten oder eine inkontinente Heimbewohnerin in die Windeln wickeln, in denen sie die Nacht liegen …

Was Mache Ich Hier

Mein Dienst beginnt, ich übernehme meinen Patienten, als wir zur Übergabe ans Bett kommen, sitzen seine Kinder an seiner Seite. Sie wollen gerade gehen, doch ich bitte sie zu bleiben. Nach der Übergabe frage ich mich: Was mache ich hier? Während ich meinen Bettplatz kontrolliere, komme ich ins Gespräch mit seiner Tochter, sie erzählt mir was für ein toller Mensch ihr Vater sei, er war immer gesund glücklich, bis jetzt war er nie krank gewesen. „Er ist ein wahrer Kämpfer, selbst nach dem Tod unserer Mutter, ist er wieder aufgestanden und war für uns da.“ Sein Sohn greift nach seiner Hand und drückt sie liebevoll: „Ja, er liebte unsere Mutter sehr!“ Wieder frage ich mich: Was mache ich hier? Auf dem Nachtisch steht ein Bild von ihm und seiner Frau, ich erkenne ihn kaum mehr wieder, zu sehr hat ihn seine Krankheit verändert. Gestern wurde zum 2. Mal sein Bauch operiert um abgestorbenes Gewebe zu entfernen, der Bauch scheint nicht mehr zu funktionieren ich höre keine Darmgeräusche. Wieder frage ich mich: Was mache ich hier?Ich …