dies & das

Divide et impera

Zwei Zitate von Lesern zu meinem gestrigen Post haben mich inspiriert. Beide stammen aus dem alten Rom. Mit der Methode „teile und herrsche“ hat Rom ein ganzes Weltreich erschaffen. Und auch der französische König Louis XI wusste “Diviser pour régner“ – teile, um zu herrschen. Den Herrschern war es egal, wer sich unter ihnen die Köpfe einschlug. Hauptsache, es bildete sich keine Einheit, die sich gegen die Obrigkeit wenden konnte. Ein anderer Leser schrieb, dass Sklaven im alten Rom einst mit weißen Bändern gekennzeichnet werden sollten. Worauf ein weiser Senator warnte: „Wenn sie sehen, wie viele sie sind, gibt es einen Aufstand gegen uns“. Die gestrige Aktion der Künstler zeigte, dass ungeahnt viele Menschen ein weißes Band tragen. Eben auch Künstler und Intellektuelle. Mit dem verdächtig lauten Aufschrei aus der Medienlandschaft wird nun krampfhaft versucht, diese Publikumslieblinge und Meinungsbildner als (Rechts-) Außenseiter zu brandmarken. Das ist mehr als lächerlich und zeigt nur die Angst vor der Einheitsbildung. Verantwortlich für die politischen Brandmarkung sind meist jene Kreise, die bei Ihren Texten peinlich genau darauf achten, dass auch das letzte Gender-Sternchen korrekt gesetzt ist. Deren natürliches Biotop sind die Öffentlich-Rechtlichen Sender. Dort bemühen sie sich, mit den Nachrichten zur Information auch noch gleich die richtige Meinung und Haltung zu liefern – obwohl das gar nicht deren Auftrag ist. Der ARD Rundfunkrat Garrelt Duin wollte die Künstler sogar von künftigen Produktionen ausschließen. So viel also zur freien Meinungsäußerung bei den Öffentlich-Rechtlichen. Darum Hut ab vor allen Künstlern, die klare Kante bewiesen haben, und nun auch bei medialem Gegenwind fest dazu stehen. Hut ab Jan Josef Liefers. Und liebe Heike Makatsch und Ulrike Volkerts: Es sind mehr weiße Bänder unterwegs als Ihr glaubt. Lasst Euch nicht mundtot machen.

Quelle Internet • Facebook • Urheber Text © Dr. med. Michael Spitzbart