dies & das, scrapart

Gedanken kurz vor dem Jahreswechsel

Seit vielen Jahren bin ich in der Scrapbooking Szene unterwegs und habe mir einen Namen gemacht.

Für mich ist es ein Hobby, bei dem ich mich kreativ austoben und meiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Ich habe einen ganz eigenen Stil, der nicht immer den Geschmack oder den Vorstellungen der Designerinnen oder Betrachter trifft. Das stört mich aber nicht und ich bleibe mit treu.

Seit Monaten stelle ich fest, dass sich in dieser Szene mittlerweile Zeitgenossen bewegen, die sich extrem profilieren müssen. Man schleimt herum, man kupfert ab, man drängt sich in den Vordergrund, man lügt … einfach nur peinlich, einfach nur traurig …

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In meinem Job wird es auch immer *besser* und ich bin mehr als froh, dass meine Tage dort *gezählt* sind. Loyalität und Zuverlässigkeit werden nicht mehr geschätzt bzw. honoriert. Neue Kollegen halten sich nicht zurück, sondern führen sich sofort auf, als wären sie der Chef. Sie können Patienten besser einschätzen und wollen alles besser wissen. Hinweise werden als Mobbing ausgelegt und man verbreitet Lügen, um gut dazustehen. Man fordert freie Tage und Urlaub, ohne Rücksicht auf die Planung. Nach dem Motto *hier bin ich und ich habe jetzt das uneingeschränkte Sagen* trampelt man durch den täglichen Arbeitsalltag.

Wie habe ich es als Kind und Jugendliche gehasst, wenn meine Eltern mit dem Argument *früher war alles besser* um die Ecke kamen. Und heute bin ich auch so weit … früher war es wirklich besser !!!

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Unsere Patienten / Kunden haben sich leider auch verändert. Ich will das so. Mir steht das zu. Sie haben das zu tun. Ich habe sehr oft das Gefühl, der *Idiot vom Dienst* zu sein. Anstatt Anerkennung oder Dankbarkeit zu zeigen, bzw. sich respektvoll zu verhalten, wird nur noch gefordert, gemeckert, abwertend gesprochen. Tätigkeiten in sozialen Diensten werden in keinster Weise gewürdigt. Man wird als Arschabwischer tituliert, als Putzfrau, die sich mal ein bisschen zackiger bewegen soll. Und es wird immer schlimmer. Kein Geld der Welt wird die Missachtung der Menschen in sozialen Diensten aufwiegen können.