tagesschnipsel

Tja …

Seit einiger Zeit nehme ich eine Veränderung innerhalb der Gesellschaft wahr.

Bevor ich darauf eingehe, möchte ich gleich anmerken, dass es von mir nicht gewollt ist, hier die älteren Personen oder Senioren an den Pranger zu stellen und alle über einen Kamm zu scheren. Aber diese negativen Verhaltensänderungen stelle ich im täglichen Umgang vermehrt fest.

Die Rede ist vom Verhalten der Menschen im Umgang mit Mund-Nase-Schutz oder kurz „Behelfsmasken“.

Folgende Situationen sind mir alle persönlich passiert oder aufgefallen, auch mit diesen Reaktionen der betroffenen Personen nach der zum Teil direkten Ansprache durch mich.

Die erste Kategorie, „die Drängler/Rüpel“, konnte ich beim Einkauf in einem großen Discounter vermehrt feststellen:

Man selbst schlendert durch die Gänge und versucht so gut es geht den Sicherheitsabstand einzuhalten (1,5m oder zumindest die Länge des Einkaufswagens) und Menschenmassen zu vermeiden. Dabei wird man dann häufig von Personen älteren Jahrgangs angemotzt: „Warum geht es nicht schneller? Sie blockieren hier den kompletten Weg!“ oder die Personen drängeln sich einfach dazwischen, zum Teil auch rüpelhaft und ohne zu fragen.

Die zweite Kategorie, „die Rücksichtslosen“, findet man ebenfalls sehr häufig in Läden und beim Einkaufen:

Darunter zählt für mich dann unter anderem das Tragen der Behelfsmaske unter der Nase oder unter dem Kinn, nachdem man das Geschäft mit korrekt sitzender Maske betreten hat. Nach freundlicher Ansprache darauf und mit Verweis, dass es eben zum Schutz aller Menschen und vor allem der älteren Bevölkerung, zu der die Person gehört dazugehört, wird man sehr häufig aggressiv angegangen: „Kümmere dich um deinen eigenen Scheiß!“ oder „Ich kann machen was ich will, von dir lass ich mir gar nichts sagen!“

Die letzte Kategorie bilden “die Dreisten”, diese Gruppe kann man überall antreffen:

So durfte ich schon Senioren bewundern, welche sich einfach nur ihren Hemdkragen über die Nase gezogen haben, kurz vor der Kasse im Discounter und ansonsten komplett ohne Maske durch den Markt stolzierten.

Ebenfalls beobachtet wurde eine Seniorin, welche nach dem Einkauf ihre Maske einfach vor dem Eingang auszog und zu Boden geworfen hat. Der Mülleimer befand sich dabei frontal ca. 1m vor ihr.

Das Highlight bildete aber ein Rentner, welcher an der Kasse stand und dabei ordnungsgemäß Maske trug und dann niesen musste. Er zog einfach die Maske runter nieste herzlich in den kompletten Kassenbereich. Danach zog er sich die Maske wieder übers Gesicht. Auf die Ansprache, warum er das getan hatte wurde geantwortet: „Ich musste niesen und kann doch nicht die Maske versauen. Dann hängt mir alles am Mund.“

Rücksicht oder Einsicht für sein Handeln? Fehlanzeige!

Natürlich ist diese „Behelfsmaske“ hinderlich und nicht einfach, aber sie trägt auch einen großen Teil dazu bei, dass wir im europäischen Vergleich so gut dastehen und unsere Infektionszahlen beherrschbar und gering sind.

Mir persönlich macht es nichts aus, eine Maske für den Einkauf etc. zu tragen.

Ich bin es beruflich gewöhnt, halte es aus und kann damit umgehen. Oftmals musste ich schon Masken über mehrere Stunden tragen plus die komplette Schutzausrüstung, in geschlossenen Räumen und Iso-Zimmern im Sommer oder unter körperlichen Anstrengungen und zum Teil auch bei Reanimationen.

Auch andere Berufsgruppen außerhalb der Pflege tragen Masken über mehrere Stunden.

Aber gerade deshalb kann ich es nicht verstehen, dass es vermehrt diese Probleme gibt.

Von Menschen, die eine Behelfsmaske – noch nicht einmal eine professionelle Maske, sondern eine Behelfsmaske aus Stoff, für die Dauer ihres Einkaufs (ca. 20-30 Minuten / einmal in der Woche oder ein paar Tage in der Woche) tragen müssen.

Ich kann es nicht verstehen, wie man so einfach mit seiner eigenen Gesundheit spielt, vielleicht eine Infektion von sich selbst in Kauf nimmt oder auch den Virus durch Unwissenheit und das Fehlen von Symptomen selbst weiterverbreitet.

Ja, es gibt auch einige Todesfälle im Bereich der jungen Bevölkerung, aber den größten Anteil bilden Senioren und Rentner.

Das sollte man diesen dann aber auch begreiflich machen, denn die Maskenpflicht ist keine Einbahnstraße!

Quelle • Internet • Facebook • Urheber Text © Stefan Heyde • Pflegekräfte in Not